Wie programmiert man MPS-ICs? – Eine praxisnahe Einführung
Monolithic Power Systems (MPS) ist ein bekannter Hersteller von Power-Management-ICs, die in Laptops, Grafikkarten, Servern, Industrie- und Embedded-Systemen eingesetzt werden. Viele dieser ICs – zum Beispiel aus den Serien MP29xx, MP28xx oder MP30xx – sind programmierbar, um sie exakt an die Anforderungen eines bestimmten Designs anzupassen.
In diesem Blog erklären wir, was es bedeutet, einen MPS-IC zu programmieren, warum das notwendig ist, und wie der Programmierprozess in der Praxis abläuft, wie er auch in vielen technischen YouTube-Videos gezeigt wird.
Was bedeutet „MPS-IC programmieren“?
MPS-ICs sind in der Regel keine Mikrocontroller, sondern Leistungs- und Spannungsregler-ICs.
Programmieren bedeutet hier:
Einstellen der Ausgangsspannung
Festlegen von Strom- und Schutzgrenzen
Konfigurieren von Schaltfrequenz, Start-Up-Verhalten und Modi
Speichern dieser Einstellungen in einem nichtflüchtigen Speicher (OTP oder MTP)
Viele MPS-ICs unterstützen Kommunikationsschnittstellen wie:
PMBus
I²C
SPI
Warum müssen MPS-ICs programmiert werden?
Die gleichen ICs werden in sehr unterschiedlichen Systemen eingesetzt. Durch Programmierung kann man:
✔ Ein IC-Modell für mehrere Designs verwenden
✔ Die Effizienz und Stabilität optimieren
✔ Hardware-Widerstände (Feedback-Netzwerke) reduzieren
✔ Spezielle Schutzfunktionen aktivieren
Benötigte Werkzeuge
1. MPS-Programmiergerät
Ein spezieller PMBus/I²C-Programmer, der:
Über USB mit dem PC verbunden ist
Mit dem IC über SDA/SCL oder SPI kommuniziert
Programmierung ist möglich:
Online (IC ist auf der Platine eingelötet)
Offline (IC über Adapter programmiert)
2. Programmiersoftware (GUI)
MPS oder Drittanbieter stellen Software bereit, mit der man:
Den IC erkennen (Scan)
Register lesen
Parameter ändern
Konfiguration speichern und schreiben kann
3. Datenblatt des ICs
Sehr wichtig:
Das Datenblatt enthält die Register-Maps, Grenzwerte und Warnhinweise. Ohne Datenblatt sollte kein IC programmiert werden.
Schritt-für-Schritt: MPS-IC programmieren
Schritt 1: Hardware vorbereiten
IC korrekt mit Strom versorgen
Programmer mit den Kommunikationspins verbinden
Pegelspannungen überprüfen
Schritt 2: Software starten und IC scannen
Programmiersoftware öffnen
„Scan“ oder „Detect Device“ ausführen
IC-Adresse und Typ werden erkannt
Schritt 3: Aktuelle Konfiguration auslesen
Vor jeder Änderung:
Bestehende Register lesen
Konfiguration als Datei sichern (Backup)
Schritt 4: Parameter anpassen
Typische Einstellungen:
Ausgangsspannung
OVP / OCP-Grenzen
Switching-Frequenz
Power-Up-Sequenz
Alle Werte sollten innerhalb der im Datenblatt erlaubten Bereiche liegen.
Schritt 5: In den IC schreiben
„Write“ oder „Program“ auswählen
Schreiben in den nichtflüchtigen Speicher (NVM)
Vorgang nicht unterbrechen
⚠️ Achtung: Bei OTP-ICs ist dieser Schritt nicht rückgängig zu machen.
Schritt 6: Verifizieren
IC neu starten oder Reset durchführen
Ausgangsspannungen messen
Verhalten überprüfen
OTP vs. MTP – Wichtiger Unterschied
| Typ | Bedeutung |
|---|---|
| OTP | One-Time-Programmable – nur einmal beschreibbar |
| MTP | Multi-Time-Programmable – mehrfach programmierbar |
Vor dem Schreiben muss klar sein, welcher Typ verwendet wird.
Bezug zum YouTube-Video
Das verlinkte YouTube-Video zeigt praxisnah:
Anschluss eines MPS-Programmers
Erkennung eines MP29xx-ICs
Ändern von Parametern
Schreiben der Konfiguration in den IC
Solche Videos sind besonders hilfreich, um den realen Ablauf und typische Fehlerquellen zu verstehen.
Fazit
Das Programmieren von MPS-ICs ist kein Hexenwerk, erfordert aber:
✔ Das richtige Werkzeug
✔ Sorgfältiges Arbeiten
✔ Verständnis des Datenblatts
Mit etwas Übung lassen sich MPS-Power-ICs sehr flexibel und professionell konfigurieren – ein großer Vorteil für moderne Elektronikdesigns.






