Medion Erazer X17805-MD Display Austausch: Bildschirm professionell Schritt für Schritt wechseln

Beim Medion Erazer X17805-MD ist der Display-Austausch leider keine Sache von fünf Minuten. Das Gerät muss weit auseinandergebaut werden, weil das Displaykabel unter dem Mainboard verläuft. Genau deshalb ist sauberes Arbeiten hier besonders wichtig.

Wenn das Display gebrochen ist, Bildfehler zeigt oder komplett ausgefallen ist, zeige ich hier den Ablauf so, wie ich ihn in der Werkstatt mache. Dazu gehört nicht nur der reine Bildschirmwechsel, sondern auch das sichere Öffnen, der Ausbau des Mainboards, das richtige Verlegen der Kabel und der saubere Zusammenbau. Wenn das Gerät schon offen ist, lohnt es sich außerdem, Lüfter, Kühlkörper und Wärmeleitpaste direkt mitzumachen.

Wichtig: Alle Reparaturen erfolgen auf eigene Verantwortung. Wer unsicher ist, sollte die Reparatur lieber professionell durchführen lassen.

Was an diesem Gerät besonders ist

Beim Medion Erazer X17805-MD kommt man nicht einfach nur vorne an den Bildschirm und tauscht das Panel. Das Displaykabel läuft unter dem Mainboard entlang. Das bedeutet:

  • Rückseite öffnen
  • Akku trennen
  • Kühlsystem teilweise ausbauen
  • Mainboard herausnehmen
  • Displayeinheit vom Unterteil trennen
  • Neues Display einkleben und wieder alles zusammensetzen

Das ist also eher eine Reparatur für erfahrene Anwender, Techniker oder Werkstätten.

Vorbereitung: Gerät öffnen und stromlos machen

Als Erstes werden die Schrauben der Bodenabdeckung entfernt. Ist das geschafft, kann die Unterschale mit Kunststoffwerkzeug vorsichtig gelöst werden. Metallwerkzeug ist hier keine gute Idee, weil man schnell Clips oder Gehäusekanten beschädigt.

Sobald das Gerät offen ist, gilt wie immer:

Akku abklemmen, bevor an irgendetwas anderem gearbeitet wird.

Das ist einer der wichtigsten Schritte bei jeder Laptop-Reparatur. So minimiert man das Risiko für Kurzschlüsse oder Folgeschäden beim Lösen von Kabeln und Steckverbindern.

Kühlsystem ausbauen, um an alles heranzukommen

Bei diesem Modell muss der Kühlkörper raus, weil das Gerät praktisch in zwei Baugruppen zerlegt werden muss. Also werden die Schrauben vom CPU- und GPU-Kühler sowie vom Lüfter gelöst.

Dabei gibt es ein paar Dinge, auf die man achten sollte:

  • Versteckte Schrauben unter Klebeband nicht übersehen
  • Kabel vor dem Herausnehmen sauber lösen
  • Den Kühlkörper nur langsam und gleichmäßig anheben
  • Nicht verbiegen, sonst liegt er später nicht mehr sauber auf

Gerade bei fest sitzenden Kühlern ist Geduld wichtig. Wenn alte Wärmeleitpaste das Ganze noch festhält, lieber Stück für Stück mit Kunststoffwerkzeug arbeiten und nicht mit Gewalt hebeln.

In diesem Fall war auch direkt sichtbar, dass der Lüfter ziemlich verschmutzt war. Wenn das Gerät ohnehin komplett offen ist, sollte man die Gelegenheit nutzen und alles reinigen. Später kommt dann auch neue Wärmeleitpaste drauf.

Displaykabel und weitere Verbindungen lösen

Bevor das Mainboard raus kann, müssen mehrere Kabel und Flexverbindungen getrennt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Displaykabel
  • weitere unter Klebeband gesicherte Leitungen
  • Akkuanschluss
  • Flexkabel
  • gegebenenfalls Lautsprecher- und Laufwerkskabel

Wichtig ist hier vor allem, systematisch zu arbeiten. Schrauben am besten direkt chronologisch sortieren, damit beim Zusammenbau nichts verwechselt wird. Bei manchen Geräten sind zwar viele Schrauben identisch, verlassen sollte man sich darauf aber nicht blind.

Auch die BIOS-Batterie kann man in diesem Schritt bereits abziehen. Sie liefert weiterhin Spannung, deshalb ist es sinnvoll, sie vor der weiteren Arbeit ebenfalls zu trennen.

Mainboard ausbauen: langsam, nicht einfach hochziehen

Beim Ausbau des Mainboards zeigt sich, warum dieses Modell etwas aufwendiger ist. Es sind mehrere versteckte Schrauben vorhanden, außerdem sitzen noch Kabel an Stellen, die man erst beim Anheben sieht.

Deshalb gilt:

  • Alle sichtbaren und verdeckten Schrauben kontrollieren
  • Das Mainboard nicht einfach nach oben ziehen
  • Erst leicht anheben, dann zur Seite kippen
  • Nach weiteren Kabeln schauen, bevor etwas unter Spannung gerät

In diesem Fall musste außerdem noch die HDD herausgenommen werden, bevor das Mainboard komplett entnommen werden konnte. Erst danach lag die Displayeinheit frei genug, um weiterzuarbeiten.

Displayeinheit vom Unterteil trennen

Ist das Mainboard entfernt, kann man sich an die Displayeinheit machen. Dazu werden die verklebten Bereiche und Scharniere vorbereitet, damit sich Tastatureinheit und Displaysektion sauber voneinander lösen lassen.

Starkes Klebeband sollte möglichst vorsichtig gelöst werden. Wenn es sich gut erhalten hat, kann man es später teilweise wiederverwenden oder sauber ersetzen.

Danach lässt sich die Displayeinheit mit den Scharnieren freier bewegen und vom Rest des Geräts trennen.

Defektes Display ausbauen

Beim eigentlichen Panel war in diesem Fall schon Vorarbeit geleistet worden. Das Display war bereits teilweise gelöst. Normalerweise muss man hier deutlich vorsichtiger sein.

Wenn das Panel beschädigt ist, lässt es sich im Zweifel auch mit mehr Nachdruck aus dem Rahmen lösen. Das Entscheidende ist aber:

Die Kabel im Randbereich dürfen nicht beschädigt werden.

Zum Lösen des Klebers kann Isopropanol helfen. Gibt man etwas davon an die passenden Stellen, löst sich der Kleber häufig deutlich leichter. Anschließend wird der Displayrahmen sauber abgenommen.

Neues LCD-Display vorbereiten und einsetzen

Jetzt kommt das neue Display hinein. Zuerst wird das Displaykabel angeschlossen. Danach werden die Klebestreifen vorbereitet.

Ein kleines, aber praktisches Detail aus der Werkstatt: Die Klebestreifen werden so angebracht, dass die schwarze Lasche später zugänglich bleibt. Das hat einen klaren Vorteil. Falls das Display irgendwann noch einmal gelöst werden muss, etwa wegen eines Scharnierproblems, kann man das Panel deutlich einfacher wieder abnehmen.

Beim Einsetzen selbst arbeite ich am liebsten so:

  • Display quer hinlegen
  • Wie ein Buch zuklappen
  • Kabel vorher sauber verlegen
  • Unter dem Display gegebenenfalls etwas unterlegen, damit nichts eingeklemmt wird
  • Panel mit Ruhe und Präzision ausrichten

Dieser Schritt ist entscheidend. Wenn das Display einmal sauber auf dem Kleber sitzt, bekommt man es nur schwer wieder ab. Deshalb lieber ein paar Sekunden länger ausrichten und darauf achten, dass wirklich alles sauber sitzt.

Am besten wird dabei von einer Ecke aus gearbeitet und das Panel dann gleichmäßig eingesetzt, bis es perfekt im Rahmen liegt.

Tastatur- und Displayeinheit wieder montieren

Ist das neue Display erfolgreich eingebaut, geht es an die Rückmontage der Einheit. Die Tastatursektion wird wieder eingesetzt und die Scharniere werden nacheinander befestigt.

Falls kleine Klemmen oder Halterungen abgegangen sind, ist das in vielen Fällen kein Drama. Solange die Anschlüsse und die Verschraubung sauber sitzen, lässt sich das meist wieder ordentlich zusammenbauen.

Danach wird noch einmal kontrolliert, ob das Displaykabel und weitere Rückleitungen korrekt sitzen. Genau an diesem Punkt sollte man sich kurz Zeit nehmen, bevor das Mainboard wieder eingebaut wird.

Lieber jetzt einmal prüfen als später alles noch einmal öffnen.

Mainboard wieder einsetzen und alle Kabel anschließen

Jetzt kommt das Mainboard zurück ins Gerät. Dabei wieder darauf achten, dass keine Kabel unter dem Board eingeklemmt werden und alle Leitungen an ihrem ursprünglichen Platz verlaufen.

Schritt für Schritt werden dann wieder angeschlossen:

  • Festplattenanschlüsse
  • Lautsprecherkabel
  • Touchpad-Flexkabel
  • Tastatur-Flexkabel
  • Displaykabel
  • WLAN-Antennenkabel

Gerade die WLAN-Antennen sollten sauber geführt und korrekt eingerastet werden. Danach können die Mainboard-Schrauben wieder hinein.

Reinigung von Kühlkörper, Lüfter, CPU und GPU

Wenn das Kühlsystem ohnehin draußen ist, sollte man diese Chance nutzen. In der Reparatur wurde nicht einfach nur das Display getauscht, sondern das Kühlsystem direkt mit überarbeitet.

Dazu gehören:

  • Lüfter reinigen
  • Staub aus dem Kühlkörper entfernen
  • Alte Wärmeleitpaste von CPU und GPU entfernen
  • Kontaktflächen mit Isopropanol säubern

Beim Reinigen von CPU und GPU ist Vorsicht angesagt. Vor allem rund um die GPU sitzen kleine Bauteile und Widerstände. Also nicht zu hart arbeiten, sondern sauber und kontrolliert.

Mit Mikrofasertuch und Isopropanol bekommt man die alten Rückstände gut herunter. Ziel ist, die Flächen so sauber wie möglich zu bekommen, bevor neue Paste aufgetragen wird.

Neue Wärmeleitpaste auftragen

Nach der Reinigung wird neue Wärmeleitpaste aufgetragen. Verwendet wurde hier Arctic MX-6, mit der in der Werkstatt gute Erfahrungen gemacht wurden.

Bevor der Kühlkörper wieder montiert wird, lohnt sich noch ein letzter Blick aufs Gerät:

  • Sind alle Kabel angeschlossen?
  • Liegt nichts unter dem Mainboard?
  • Sind WLAN-Antennen und Flexkabel richtig verlegt?
  • Ist die BIOS-Batterie noch bewusst getrennt?

Erst wenn das alles passt, wird der Kühlkörper wieder aufgesetzt und verschraubt.

Lüfter und restliche Komponenten wieder einbauen

Nach dem Kühlkörper kommen Lüfter und restliche Bauteile zurück an ihren Platz. Beim Lüfter ist es oft am einfachsten, das Kabel direkt vor oder während der Montage wieder anzuschließen, solange man noch gut drankommt.

Danach folgen die restlichen Schrauben, Kabel und Anschlüsse, bis das Gerät intern wieder komplett ist.

Zum Schluss werden noch BIOS-Batterie und Hauptakku wieder eingesetzt. In diesem Fall war die Hauptbatterie ohnehin fällig und sollte später ersetzt werden, trotzdem wurde sie für den Test wieder angeschlossen.

Erster Funktionstest nach dem Display Austausch

Nach dem Zusammenbau folgt der wichtigste Moment: Netzteil anschließen und Gerät starten.

Wenn das Display sauber eingebaut wurde und alle Kabel sitzen, sollte direkt ein Bild erscheinen. Genau das war hier auch der Fall. Dass die Batterie zunächst nicht korrekt angezeigt wurde, lag daran, dass sie während der Arbeiten nicht eingesetzt war beziehungsweise ohnehin ersetzt werden sollte.

Ein erfolgreicher Start ist gut, aber noch nicht das Ende der Reparatur.

Warum am Ende ein Stresstest sinnvoll ist

Da nicht nur das Display gewechselt, sondern auch das Kühlsystem bearbeitet und neue Wärmeleitpaste aufgetragen wurde, gehört am Ende ein Stresstest dazu.

Dabei wird geprüft:

  • ob das Gerät stabil läuft
  • ob Lüfter und Kühlsystem korrekt arbeiten
  • wie sich die Temperaturen von CPU und GPU verhalten

Gerade nach Arbeiten am Kühlkörper sollte man das nie auslassen. So merkt man direkt, ob die Paste sauber sitzt und ob die Kühlung wieder richtig arbeitet.

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